Modernisieren

Kleine Räume, dünne Wände


Mehr Frust als Freude über dieses Erbe?
Einfamilienhaus aus den 50er Jahren
Foto: Alexandra Pohndorf

Eine Kundin erbt das Einfamilienhaus einer Tante. Schnell weicht die erste Freude der Ratlosigkeit: Das zweigeschossige Haus, Baujahr 1952, wirkt abweisend und trist. Außerdem ist es viel zu klein für ihre vierköpfige Familie.

Erben von 50er-Jahre-Häusern machen oft ähnliche Erfahrungen: Verglichen mit den großzügigen Bauten unserer Zeit, wirken diese Häuser wie hässliche Entlein unter Schwänen. Eine Modernisierung lohnt sich, wenn Ihnen die Wohnlage gefällt und der Grundriss Ihren Bedürfnissen entspricht. Typisch für 50er-Jahre-Häuser sind geringe Wohnfläche und dünne Wände. Eine Energiesanierung und eine Gebäuderweiterung musste auch die Münchener Familie planen. Dabei sollte der Charakter des Hause erhalten bleiben. Mit einer Bestandsaufnahme fängt die Modernisierung an.

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Wärmedämmung

Häufig findet man dünne Außenwände aus 24 Zentimeter starken Ziegeln vor, oder auch besser dämmende Bims oder Gasbetonsteine. Ihr Nachteil ist, dass sie weniger tragfähig als Ziegel sind. Die Wärmedämmung der Gebäude dieser Zeit ist extrem schlecht. Wärmeschutzmaßnahmen sollten deshalb von Anfang an mit geplant werden. Gut gedämmte Außenwände und Dächer sorgen für niedrige Heizkosten und ein behagliches Raumklima. Prüfen Sie, ob sich Ihr Haus zum „Einpacken" mit Dämmmaterial eignet.



Trennwände

Die inneren, nicht tragenden Trennwände bestehen entweder aus zwölf Zentimeter starkem Ziegelmauerwerk, fünf bis zehn Zentimeter dicken Leichtbetonplatten oder aus beplankten Holzständerwänden. Die Beschaffenheit einer Trennwand sollten Sie kennen, wenn Sie z.B. einen schweren Hängeschrank anbringen wollen.



Geschossdecken

Sie bestehen entweder aus Holz oder Beton, eventuell auch aus Ziegel oder Betonhohlkörpern, die mit Zementestrich ausgegossen wurden. Holzbalkendecken sind hellhöriger als Betondecken. Achtung: Die Stirnseiten von Betondecken sind meist nicht gedämmt und bilden Wärmebrücken. Wollen Sie die Trittschalldämmung der Geschossdecken verbessern, sollten Sie Folgendes beachten :Dämmung von unten ist bei Raumhöhen von höchstens 2,50 Meter nicht möglich. Bei einer Dämmung von oben, muss man den Verlust des alten Fußbodenbelages in Kauf nehmen.



Bodenbeläge

Schauen Sie genau hin, bevor Sie alles herausreißen. Unter alten Teppichböden kann sich Eichen oder Buchenparkett verbergen. Sollnhofener Platten (gelblicher Juramarmor) oder echtes Linoleum, damals weit verbreitet, sind heute wieder in. Es lohnt sich, diese Böden zu erhalten, da sie mit ihren warmen Tönen sehr gut zu der kargen Architektur passen.



Weiterführende Links

Richtig dämmen